Weniger Rundfunkbeitrag bei Grad der Behinderung: Mit diesem Nachweis ist das möglich

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland wird überwiegend durch den Rundfunkbeitrag finanziert, den nahezu jeder Haushalt leisten muss. Aktuell beträgt dieser Beitrag 18,36 Euro pro Monat und wird an den ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice entrichtet. Dennoch gibt es klar definierte Ausnahmen: Bestimmte Personengruppen können entweder eine Ermäßigung erhalten oder sich vollständig von der Zahlung befreien lassen. Besonders relevant sind diese Regelungen für Menschen mit einem Grad der Behinderung (GdB), die unter bestimmten Voraussetzungen finanzielle Entlastung erhalten können.

Entscheidend ist dabei nicht nur der anerkannte GdB, sondern auch ein spezielles Merkzeichen im Schwerbehindertenausweis. Welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen und wie der Antrag gestellt wird, wird im Folgenden ausführlich erklärt.

Ermäßigung des Rundfunkbeitrags bei Behinderung: Voraussetzungen und Höhe

Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen – etwa durch Seh- oder Hörbehinderungen – die Angebote des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nur eingeschränkt nutzen können, haben Anspruch auf eine deutliche Reduzierung des Beitrags. In diesen Fällen muss lediglich ein Drittel des regulären Betrags gezahlt werden. Das entspricht aktuell 6,12 Euro pro Monat, was jährlich eine Ersparnis von 146,88 Euro bedeutet.

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Allerdings reicht ein anerkannter Grad der Behinderung allein nicht aus. Für die Ermäßigung ist zusätzlich das Merkzeichen RF im Schwerbehindertenausweis erforderlich. Nur wenn beide Voraussetzungen erfüllt sind, kann die Reduzierung gewährt werden.

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Welche Personen Anspruch auf die Ermäßigung haben

Die Beitragsermäßigung gilt für bestimmte Personengruppen, die durch ihre gesundheitlichen Einschränkungen erheblich im Alltag beeinträchtigt sind. Dazu zählen:

1. Personen mit hohem GdB und eingeschränkter Teilhabe

Menschen mit einem Grad der Behinderung von mindestens 80, denen zusätzlich das Merkzeichen RF zuerkannt wurde und die dauerhaft nicht an öffentlichen Veranstaltungen teilnehmen können, haben Anspruch auf die Ermäßigung.

2. Blinde und stark sehbehinderte Menschen

Auch Personen, die aufgrund ihrer Sehbehinderung einen GdB von mindestens 60 erhalten haben und über das Merkzeichen RF verfügen, können den reduzierten Beitrag in Anspruch nehmen.

3. Gehörlose und schwer hörgeschädigte Personen

Menschen, die gehörlos sind oder deren Hörvermögen selbst mit Hilfsmitteln stark eingeschränkt ist, haben ebenfalls Anspruch auf die Ermäßigung, sofern das Merkzeichen RF im Ausweis eingetragen ist.

Das Merkzeichen RF: Bedeutung und Funktion

Das Merkzeichen RF spielt eine zentrale Rolle bei der Beantragung einer Beitragsermäßigung. Es steht für „Rundfunkbeitrag“ und dient als offizieller Nachweis dafür, dass eine Person aufgrund ihrer Einschränkungen nicht in vollem Umfang am gesellschaftlichen Leben teilnehmen kann.

Merkzeichen im Schwerbehindertenausweis werden von zuständigen Behörden vergeben und dokumentieren spezifische Beeinträchtigungen. Sie sind die Grundlage für verschiedene Nachteilsausgleiche, zu denen auch die Reduzierung des Rundfunkbeitrags gehört.

Vollständige Befreiung vom Rundfunkbeitrag: Wer keinen Beitrag zahlen muss

Neben der Ermäßigung gibt es auch Personengruppen, die vollständig von der Zahlung des Rundfunkbeitrags befreit sind. Diese Regelung zielt darauf ab, Menschen zu entlasten, die entweder keine Nutzungsmöglichkeit der Angebote haben oder auf staatliche Unterstützung angewiesen sind.

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Im Gegensatz zur Ermäßigung spielen hier weder der genaue GdB noch bestimmte Merkzeichen eine ausschlaggebende Rolle. Entscheidend sind vielmehr die Lebensumstände und die Art der Einschränkungen oder Leistungen.

Personengruppen mit Anspruch auf Befreiung

1. Taubblinde Menschen

Personen, die sowohl stark sehbehindert als auch schwerhörig sind und somit kaum Zugang zu Rundfunkangeboten haben, sind vollständig von der Beitragspflicht befreit.

2. Anspruchsberechtigte nach dem Bundesversorgungsgesetz

Bestimmte Personen mit besonderem Versorgungsanspruch gemäß gesetzlichen Regelungen können ebenfalls eine Befreiung erhalten.

3. Empfänger von Sozialleistungen

Menschen, die Leistungen wie Bürgergeld, Grundsicherung im Alter oder Pflegegeld beziehen, können sich vom Rundfunkbeitrag befreien lassen, sofern entsprechende Nachweise vorliegen.

4. Bewohner von Pflegeeinrichtungen

Wer dauerhaft in einer vollstationären Einrichtung lebt, etwa in einem Pflegeheim oder einer speziellen Wohneinrichtung für Menschen mit Behinderung, kann unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls von der Beitragspflicht befreit werden.

Antragstellung: So erhalten Sie die Ermäßigung oder Befreiung

Wichtig zu wissen: Weder die Ermäßigung noch die Befreiung erfolgt automatisch. Berechtigte Personen müssen eigenständig einen Antrag beim Beitragsservice stellen. Dieser kann online ausgefüllt und anschließend zusammen mit den erforderlichen Unterlagen per Post eingereicht werden.

Erforderliche Nachweise für die Antragstellung

Für die Ermäßigung benötigen Antragsteller eine gut lesbare Kopie des Schwerbehindertenausweises (Vorder- und Rückseite), auf dem das Merkzeichen RF vermerkt ist. Alternativ wird auch eine offizielle Bescheinigung über die Zuerkennung dieses Merkzeichens akzeptiert.

Die gewährte Ermäßigung gilt so lange, wie der Nachweis gültig ist, und beginnt ab dem Zeitpunkt der Anerkennung des Merkzeichens. Zusätzlich ist eine rückwirkende Beantragung möglich – für einen Zeitraum von bis zu drei Jahren vor Antragstellung.

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Wichtiger Vorteil für Haushalte

Lebt eine berechtigte Person gemeinsam mit Familienangehörigen – etwa Ehepartnern oder Kindern unter 25 Jahren – in einem Haushalt, profitieren auch diese von der Ermäßigung. Es muss kein zusätzlicher Rundfunkbeitrag gezahlt werden, was eine spürbare finanzielle Entlastung für den gesamten Haushalt darstellt.

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Author: Ruth Moore

Ruth MOORE is a dedicated news content writer covering global economies, with a sharp focus on government updates, financial aid programs, pension schemes, and cost-of-living relief. She translates complex policy and budget changes into clear, actionable insights—whether it’s breaking welfare news, superannuation shifts, or new household support measures. Ruth’s reporting blends accuracy with accessibility, helping readers stay informed, prepared, and confident about their financial decisions in a fast-moving economy.